Allgäuer Krautkrapfen sind das wohl feinste Sauerkraut-Gericht bei uns. Als ich sie das erste Mal gesehen habe, fand ich sie schon appetitlich, dass ich sie unbedingt nachkochen wollte. Das Rezept gehört zwar in die Kategorie Hausmannskost, ist aber doch die etwas feinere Variante eines deftigen Sauerkraut-Gerichts.
Mit einem selbst gemachten Nudelteig, der leckere Füllung aus Sauerkraut und Speck ein tolles Sonntagsessen. Und unter der Woche behilft man sich am besten mit einem fertigen Nudelteig aus dem Kühlregal. Das bringt den gleichen tollen Geschmack und einen satten Zeitgewinn bei der Zubereitung.
Im Prinzip stehen die Krautkrapfen auf einer Stufe mit so tollen Gerichten wie Lasagne: ein herzhaftes Nudelgericht mit einer saftigen, aromatischen Füllung. Weitere Zutaten oder Beilagen – außer einem Salat – braucht es nicht. Denn hier stehen die Krautkrapfen zu Recht im Mittelpunkt. Die Menge lässt sich recht beliebig skalieren, ohne dass man allzu viel umrechnen muss.
Da bei uns seit längerem auch die schwäbischen Maultaschen mit Kartoffelsalat mit fertigem Nudelteig gemacht werden, sehe ich in der Abkürzung mit einem guten Fertigprodukt keinen Nachteil.
Krautkrapfen – die etwas schnellere Zubereitung
Zutaten für 4 Personen
- ein halbes Pfund Nudelteig
- eine kleine Dose Sauerkraut (etwa 400 Gramm)
- 150 Gramm Speckwürfel
- Öl, Schweineschmalz, Gemüsebrühe
Zubereitung
In einer Pfanne die Speckwürfel kurz anschwitzen, dann das Sauerkraut dazu geben und etwas Wasser. Das Sauerkraut soll bei mittlerer Hitze nur erwärmt werden.
Den Nudelteig zur Hälfte ausrollen. Die andere Hälfte Nudelteig wieder luftdicht verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Am besten innerhalb weniger Tage aufbrauchen, entweder als einfache Nudeln, geschnitten. Oder in Form von gefüllten Nudeln wie Maultaschen, Ravioli etc.
Das Sauerkraut in einem Sieb abgießen, die Flüssigkeit auffangen. Die Sauerkraut-Speck-Mischung gleichmäßig auf dem ausgelegten Nudelteig verteilen, möglichst bis zum Rand. Dann die lange Seite des Nudelteigs mit der Fülle aufrollen. Das Ende mit Wasser oder verquirltem Ei bestreichen, bevor man die Rolle schließt. Dann die Rolle in gleichmäßig breite Streifen schneiden.Sie sollten etwa so hoch sein wie der Rand der Pfanne.
Kleine Pfanne mit Glasdeckel ist hilfreich
Ich mag die Rollen etwas höher, aber noch so, dass bis zum Glasdeckel der Pfanne ausreichend Luft bleibt für die Zirkulation des Wasserdampfes. Die Pfanne sollte so groß sein, dass die nebeneinander gestellten Rollen gerade so Platz haben und nicht umkippen können. Bei mir war das eine beschichtete Pfanne mit Glasdeckel, Durchmesser 24 cm.
In der Pfanne etwas Schweineschmalz erhitzen. Dann werden die Rollen mit einer Schnittseite nach unten in die Pfanne gegeben und bei mittlerer Hitze vorsichtig angebraten. Nach wenigen Minuten kommt so viel Flüssigkeit dazu, dass der Boden etwa zwei Zentimetern bedeckt ist. Ich verwende dafür unter anderem das Wasser, das ich nach dem Aufwärmen des Sauerkrauts aufgefangen habe. Man kann aber auch einfach Gemüsebrühe nehmen.
Gefüllter Nudelteig braucht etwa 20 Minuten um durchzugaren, auch bei Maultaschen ist das ein guter Anhaltspunkt. Ich nehme nach 10 bis 15 Minuten den Deckel ab, dann kann die restliche Flüssigkeit verdampfen. Ggf. kann man aber auch gegen Ende noch Flüssigkeit zu geben, falls es zu trocken ist. Oder noch bißchen weiter köcheln, wenn dieFlüssigkeit noch nicht verdampft ist.
Dünsten und / oder Anbraten?
Inzwischen kenne ich einige Varianten der Zubereitung. Die hier geschilderte scheint mir die einfachste und schlüssigste. Bei anderen Rezepten braten die Krapfen auf beiden offenen Seiten. Oder es werden die gedünsteten Rollen nachher noch auf der Nudelteig-Seite angebraten. Das finde ich auch ganz lecker. Damit erhält man einen gebräunten, leicht knusprigen Nudelteig auf der Außenseite, ähnlich wie bei einem Nudelauflauf an der Oberseite.
Zu den Krautkrapfen gibt es traditionell einen grünen Salat. Ich habe die hier geschilderte Menge für vier Personen zubereitet und gleich die Hälfte eingefroren. Zum Aufwärmen greift man auf die gleiche Zubereitung zurück. In einer Pfanne mit Deckel und etwas Flüssigkeit bei mittlerer Hitze erwärmen.
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